Erste Arbeitstage

Dank meiner Krankheit, die mich seit drei Tagen ans Bett fesselt-Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen…sprich alles, was schön und gut ist- komme ich nun zumindest mal zu meinem nächsten Blogeintrag.

Also, was ist in der Zwischenzeit passiert?

Zunächst einmal hatte ich am vorletzten Freitag, den 20. September, meinen ersten Arbeitstag in meinem Projekt.

Mein Projekt heißt „Virgen de Fatima“ und ist ein Waisenhaus für 0-6 Jährige. Wobei es, wie mir erklärt wurde, für eine Großzahl der Kinder -so die Theorie- nur eine Art „Übergangshaus“ darstellen soll. Viele der Kinder sind wohl keine reinen Waisen, sondern ihren Eltern ist es momentan aus verschiedensten Gründen, manche sitzen zum Beispiel im Gefängnis ein, nicht möglich, sich um sie zu kümmern. In der Theorie sollen all diese Kinder also nach einer gewissen Zeit wieder zu ihren Familien zurückgeführt werden. In der Praxis sieht es aber wohl eher so aus, dass die Kinder nach der Vollendung des 6. Lebensjahres im nächsten „Übergangshaus“ unterkommen und so weiter und so weiter… Wirklich traurige Schicksale!

Allerdings habe ich bislang den Eindruck, dass mein Projekt für die Verhältnisse hier recht gut ausgestattet ist und das es den Kindern dort ziemlich gut geht. Das Waisenhaus unterteilt sich in 6 „salas“ und ich glaube weitere 6 „casas“. In den „salas“ leben die Kleinkinder von 0 bis zu 3 Jahren. In „sala 1“ die Neugeborenen von 0-6, in „sala 2“ die Babys von 6 Monaten bis zu einem Jahr, in „sala 3“ die Babys von einem bis anderthalb Jahren usw. In jedem Raum arbeitet immer eine sogenannte „Mamita“. Diese kümmert sich darum, die Kinder zu waschen, anzuziehen, zu füttern, mit ihnen zu spielen… eben all das, was sonst ihre echten Mamas mit ihnen machen würden. Und vormittags werden die Mamitas durch uns Freiwillig- außer mir arbeiten momentan noch 6 andere „voluntarios“ im Projekt- unterstützt.

Ich habe bis jetzt immer in sala 2, sprich mit den Babys zwischen 6 Monaten und einem Jahr gearbeitet. Die Kleinen sind wirklich suuuuuper süß, allerdings mitunter auch echt anstrengend. In sala 2 gibt es momentan 9 Kleinkinder und wenn ich dann teilweise wirklich komplett alleine mit ihnen allen bin, weil die Mamita gerade zum Beispiel Wäsche aufhängt, muss ich mir schon echt ganz schön was einfallen lassen, um alle bei Laune halten zu können… Also Deutsche Kinderlieder mit viel klatschen, schnipsen und schnalzen bringen jedenfalls schon mal gut was an Aufmerksamkeit! ;D

Aber von vorne ….  Ich fange morgens immer um  9 Uhr an. Als erstes holen wir die Kleinen dann nacheinander aus ihren Betten, waschen sie, wechseln ihnen die Windeln und ziehen sie an. Bis wir dann mit allen fertig sind verstreicht auch gerne schon mal eine knappe Stunde. Danach bekommen sie ihren Frühstücksbrei. Beim pausbackigen Benjamin ist das eigentlich noch nie ein Problem gewesen, aber bei der fidelen Christina oder dem armen Alexander, der gerade seine ersten Zähne bekommt, landet ein Großteil des Breis auch gerne mal in meinem Gesicht oder auf meinen Klamotten, anstatt in ihren Mündern. Danach spiele ich immer mit den Kindern oder versuche mit den etwas älteren ein bisschen krabbeln,  stehen oder „laufen“ zu üben (Über den Vormittag hinweg haben die Kleinen täglich auch noch Physiotherapie und werden dafür immer einzeln von ihren Physiotherapeuten abgeholt). Kurze Zeit später ist es dann auch schon wieder Zeit für den Mittagsbrei, danach noch mal kurz Windeln checken und dann ab in die Kinderbettchen für den Mittagsschlaf. Da ist das Geschrei dann natürlich auch erst immer noch groß, aber sobald sie dann ihre Milchflaschen bekommen sind die meisten eigentlich glücklich und zufrieden und schlummern ganz schnell ein. Um 12 Uhr ist meine Vormittagsschicht dann auch schon wieder vorbei. Ich helfe der Mamita nur noch kurz beim Aufräumen oder Wäsche falten und fahren dann nach Hause zum Mittagessen.

Meine Nachmittagsschicht fängt dann wieder um 13.45 Uhr an. Nachmittags werden sogenannte workshops für die Kinder aus den „casas“ angeboten. In diesen casas leben alle Kinder zwischen 3,5 und 6 Jahren gemischt zusammen und werden dort auch jeweils von Mamitas betreut. Besonders viel habe ich von den workshops noch nicht mitbekommen, da ich auf Grund von Spanischkursen, Krankheit und Visums-Regelungen bis jetzt erst an zwei Nachmittagen gearbeitet habe, aber in der Theorie sieht es wohl so aus:

An jedem Tag werden die workshops mit jeweils 3 Gruppen a 12 Kindern durchgeführt. Montags werden Spiele gespielt, Dienstags Sport gemacht, Mittwochs ist das Thema Kunst, Donnerstags Musik und an den Freitagen werden Geschichten vorgelesen. Zusätzlich bekommen an den Freitagen eine Hand voll Kinder noch Schwimmunterricht im  nahegelegenen Hallenbad. Durchgeführt und geplant werden diese workshops wohl hauptsächlich von uns Freiwilligen. Mein Arbeitstag endet dann immer um 16.30 Uhr.

So viel also zu meinem Arbeitsalltag, der jetzt beginnt und der mir bislang sehr viel Spaß macht!

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