Weihnachtszeit

Die Weihnachtszeit hier war… naja sagen wir mal „anders“ …und irgendwie eher unweihnachtlich. Zwar wurde hier schon früh mit Weihnachtsdekorationen aufgerüstet- in unserem Wohnzimmer stand zu Beispiel schon seit Ende November ein, für meinen Geschmack ziemlich kitschige, Plastiktannenbaum und auch sonst sparten die Bolivianer nicht an Glitzer und Bling Bling -aber Weihnachtsstimmung ließ das bei mir trotzdem nicht wirklich aufkommen. Dafür war es einfach viel zu lange hell, viel zu warm,…

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Aber da ich die Weihnachtszeit so gerne mag, habe ich mir durch Basteleien – unter anderem ein Adventskalender, typisches Wiebke-Projekt, dass 100 Jahre gedauert hat-,  Koch- und Backaktionen mit Freunden –insbesondere unsere Weihnachtsplätzchen kamen sehr gut bei Familie& Co an- und gelegentlichem rauf und runter hören meiner Weihnachtsplaylist versucht, doch noch ein Stückchen Weihnachten nach Bolivien zu holen.

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Das eigentliche Weihnachtsfest wird hier in Bolivien, wie auch in Deutschland, am 24. Dezember gefeiert. Allerdings war auch Heiligabend ganz anders als gewohnt. Der Tag begann eigentlich wie jeder andere Tag. Die Straßen waren belebt, alle Leute haben ganz normal gearbeitet, keine Spur von Weihnachtsstimmung.

Mein Gastbruder und seine Freundin, die  für zwei Wochen aus Dänemark zu Besuch war, kamen spontan auf die Idee, meiner Gastmama eine Katze zu Weihnachten zu schenken. Begründung: Sie beschwere sich immer, dass die Vögel ihr das ganze  Obst von den Bäumen im Garten pickten und an eine Pistole würde man wohl nicht so leicht kommen😛

Nun ja und so machten wir uns dann gegen Mittag bei strahlendem Sonnenschein auf zu einem Markt im Zentrum, auf dem auch Tiere verkauft wurden. Ein schöner Anblick war es allerdings nicht, dutzende Hühner, Hasen& Co eingepfercht, bzw. man muss wirklich schon sagen „gestapelt“, in winzigen Käfigen zu sehen. Und schon gar nicht konnte ich mit ansehen, wie eine Frau mittendrin einen Truthahn schlachtete… Zwischen all den anderen Tieren saßen jedenfalls auch ein paar verschmutze Kätzchen, die uns so leid taten, dass wir gleich zwei mitnahmen. Zuhause angekommen hieß es dann aber erstmal: BADEN!!! … worüber hinaus wir es dann leider nicht mehr in den deutschen Gottesdienst, zu dem ich gerne gegangen wäre, geschafft haben… Uns wurde gesagt, die Kätzchen seien Männchen& Weibchen, weshalb wir sie Emil& Lotta tauften…nach einem Besuch beim Doktor wurde aus aus LottA allerdings LottO ;D

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Mittlerweile war es dann etwa 17.30.  Ich machte mich mit Patricks Freundin auf zu einem Supermarkt, um noch für das Essen später einzukaufen, sie für den dänischen Nachtisch und ich für mein eigenes Essen. Das traditionelle Weihnachtsessen hier, „Picana“, ist eine Suppe aus verschiedensten Fleischsorten und demnach nichts für mich, da ich -ja, bis jetzt klappt das auch wunderbar- meiner vegetarischen Ernährung immer noch treu bin.

Der Supermarkt war Rappel voll. Während in Deutschland um diese Uhrzeit schon alle Geschäfte geschlossen sind, fangen die Menschen hier dann erst so langsam an, sich auf den Abend vorzubereiten. Naja, dazu sollte ich vielleicht sagen, dass man hier traditioneller Weise erst um 12 Uhr Mitternachts mit den  Feierlichkeiten anfängt…

Zurück zuhause begannen wir dann auch so langsam mit dem kochen. Um 22 Uhr verschwand meine Gastmama dann noch mal kurz- ich bin mir sicher, dass sie dann erst die Geschenke kaufen war. Um kurz vor 12 bekam sie dann ihrerseits schon ihr erstes Geschenk- die Katzenbabies.  Diese hatten mittlerweile schon so einiges Chaos angerichtet und zudem Durchfall –fragt nicht wie mein Badezimmer aussah- weshalb wir sie nicht länger unbeaufsichtigt versteckt halten wollten! Meine Gastmama freute sich auch sehr– ehrlichgesagt widererwarten, ich dachte eigentlich sie würde uns den Hals umdrehen😛

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Für den Countdown bis Mitternacht schauten wir dann eine Weihnachtsshow im Fernsehen, danach setzten wir uns zu einer Art kurzem Dankgebet zusammen, und anschließend gab es dann endlich das Essen.  Wir hörten Musik aus Tarija und es war sehr fröhlich. Nach dem Essen hieß es dann: Geschenke auspacken, noch ein wenig gemütlich zusammen sitzen und reden und um 3 oder 4 Uhr fiel ich dann sehr müde in mein Bett!

Ein sehr anderes Weihnachten also, aber dennoch eine interessante Erfahrung!

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